Roter Faden für Brexit-Verhandlungen: Interessen der Bürger müssen Priorität haben

Nach dem heutigen Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschef*Innen mahnen die Europaabgeordneten Helmut Scholz und Cornelia Ernst an, den Interessen der Bürger*Innen in den Verhandlungen höchste Priorität einzurämen: “Es ist zu begrüßen, dass auch die Leitlinien zu den Gesprächen mit London diese Prämisse setzen. Allerdings muss das Europäische Parlament auch auf deren tatsächliche Umsetzung drängen können.“ Weiterlesen »

Europa im Jahr 2017 – ein Jahr der Entscheidungen

 

Europa-Besser-LinksDer Alptraum 2017 dürfte wohl sein:  im Februar siegen italienische Rechte und Nationalisten in den Neuwahlen, im März der Rechtspopulist Wilder in den Niederlanden, im April Le Pen in Frankreich, im September bilden Merkel und Petry eine Rechtskoalition. 2018 siegt Strache in Österreich. Wer das für verrückt hält, den erinnere ich daran, dass  mit Trump ein Narzisst und Rechtspopulist zum US-Präsident gewählt wurde, bei dem man nicht abschätzen kann, ob er morgen China oder Europa den Handelskrieg erklärt, Frauen das Wahlrecht verbietet oder Kindern ab 6 Jahren das Tragen von Waffen verordnet. Mittlerweile scheint alles möglich, alles, was rückwärtsgewandt ist. Friedliche und emanzipatorische Weltsichten sind out, ein grandioser Verfall von zivilisatorischen Werten vollzieht sich vor unseren Augen, so dass Leute wie Höcke von einem Richter schadlos für ehrenwert erklärt werden können. Und der Jahresauftakt der Hautevolee von Europas extremer und populistischer Rechter in Koblenz ist wie ein Wetterleuchten für die Antieuropäer des Kontinents. Eine der ersten großen Niederlagen auf europäischer Ebene war im Januar die Wahl des neuen Präsidenten des Europaparlamentes. Weiterlesen »

Rest-EU braucht tiefgreifende Reformen um zu überleben

Gestern entschied sich die Mehrheit der britischen Bürgerinnen und Bürger gegen einen Verbleib Großbritanniens in der EU. Dazu erklärt die sächsische Europaabgeordnete Cornelia Ernst (DIE LINKE.):

„Es scheint, als würde Europa den Atem anhalten. Die Zukunft der EU steht nach diesem demokratischen Votum in Frage. Die Politik muss nach Wegen und Lösungen suchen, die europäische Idee am Leben zu erhalten, damit Europa nicht in die Kleinstaaterei zurückfällt.

Wenn auch vieles offen ist, eines ist klar: Mit dieser Entscheidung wird Großbritannien seine innenpolitischen Probleme nicht lösen.

Das Ergebnis der Abstimmung wie auch die Debatten im Vorfeld der Entscheidung machen deutlich, dass es in der EU tiefgreifende Reformen geben muss. Es liegt nicht an der Bevölkerung, wenn diese eine zunehmende „Fremdbestimmung“, ein wachsendes „Ausmaß der Bürokratie“ und „zu viel Harmonisierung und Gleichmacherei“ fühlt. Dies ist eine Folge politischer Entscheidungen. Doch die EU ist nicht an allen Entscheidungen schuld. Oftmals verstecken sich die nationalen Regierungen hinter der EU, obwohl sie verantwortlich sind. Dieses Schwarze-Peter-Spiel muss ein Ende haben, wenn die Idee einer sozialen und demokratischen EU ohne Großbritannien eine Zukunft haben soll.“