Kunstprojekt „Aghet“: Disclaimer auf EU-Webseite erweckt den Eindruck, dass Löschung der Projektbeschreibung gerechtfertigt war

Die drei sächsischen Europaabgeordneten Dr. Cornelia Ernst (DIE LINKE.), Constanze Krehl (SPD) und Hermann Winkler (CDU) haben sich gemeinsam in einen Schreiben an den EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, Tibor Navracsics (Ungarn), gewendet.

Darin begrüßen sie, dass die Begehren der türkischen Regierung, „ihren Beitrag zur Finanzierung des Projektes zurückzuziehen“ sowie „die Beschreibung des Projekts auf den Webseiten der Kommission durch die Löschung des Wortes „Völkermord“ zu zensieren“, abgelehnt wurden. Weiterlesen »

Reisebericht: Was Merkel, Tusk und Timmermans in der Türkei nicht gesehen haben

 

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Bild: Abschiebegefängnis in Kirkakleri/Cornelia Ernst (CC BY-NC 2.0)

Als Teil einer Delegation von drei Europaparlamentariern der GUE/NGL konnte ich vom 2.-4. Mai 2016 die Türkei besuchen, um mir dort ein Bild von der Situation von Flüchtlingen nach dem EU-Türkei-Deal zu machen. An der Reise nahmen auch Marina Albiol Guzman (Izquierda Unida) und Iosu Juaristi (EH Bildu) teil.

 

Ziel der Reise war es, Zugang zu Abschiebeeinrichtungen zu bekommen und aus erster Hand die Situation von Flüchtlingen, die aus Griechenland abgeschoben worden waren zu untersuchen. Dazu interessierte uns auch die Situation von syrischen Flüchtlingen an der syrisch-türkischen Grenze. Neben Ortsbesuchen standen daher auch Treffen mit verschiedenen Stakeholdern auf dem Programm, wie Vertreter europäischer Regierungen, internationaler Organisation und Nichtregierungsorganisationen. Die Treffen mit verschiedenen Organisationen fanden in Istanbul und Gaziantep statt, in Edirne und Kırklareli (nahe der bulgarischen Grenze) konnten wir zwei Abschiebeeinrichtungen besuchen und mit Behörden und Flüchtlingen sprechen. In Gaziantep kamen wir zudem mit syrischen Flüchtlingen ins Gespräch, die nicht in einem der regierungsgeführten Camps leben und in dem Ort Kilis direkt an der syrischen Grenze stand ein Besuch in einem solchen staatlichen Lager auf dem Programm. Weiterlesen »

Künstler fordern Anerkennung des Völkermords an den Armeniern

Mehrere Künstler, darunter die Regisseure Fatih Akin, Christian Petzold, Doğan Akhanlı sowie Amelie Deuflhard wenden sich in einem Offenen Brief (online) an Bundeskanzlerin Angela Merkel und fordern sie sowie den Bundestag auf, am 2. Juni den Völkermord an den Armeniern offiziell anzuerkennen.

 

Die Initative zu diesem Offenen Brief ging von dem Komponisten und Gitarrsten Marc Sinan sowie dem Intendanten der Dresdner Symphoniker, Markus Rindt aus. Sie ist eine weitere Reaktion auf den Versuch der Türkei, die Förderung des Aghet-Projekts der Dresdner Symphoniker durch de EU zu stoppen (hier und hier).

Europäische Kommission muss gegenüber der Intervention der Türkei gegen ein Projekt der Dresdner Sinfoniker standhaft bleiben

Wie die Dresdner Sinfoniker heute erklären (Presseerklärung zum Download als pdf), verlangt die Ständige Vertretung der Türkei bei der Europäischen Union von der EU-Kommission, die Unterstützung des Konzertprojekts „aghet - ağıt“ der Dresdner Sinfoniker einzustellen. Dieses von der EU geförderte Konzertprojekt thematisiert den Genozid an den Armeniern. Die EU-Kommission und die zuständige Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) kamen der Forderung nicht nach.

Dazu erklärt die Dresdner Europaabgeordnete der LINKEN, Dr. Cornelia Ernst:

„Die Kunst- und Meinungsfreiheit gehören zu den höchsten Gütern und den Säulen der EU. Diese sind keine Verhandlungsmasse. Wer Mitglied der EU werden will, muss diesen Werten entsprechend handeln.

Offensichtlich beabsichtigt die Türkei mit ihrer aktuellen Intervention gegen das Konzertprojekt, das in Istanbul geplante Konzert zu verhindern. Gerade deshalb darf die EU-Kommission ihre Entscheidung nicht noch einmal in Frage stellen.

Meine Erfahrung sagt mir: umso mehr heute eine Regierung die Grundrechte einschränkt, umso schneller wird ein auf Verboten setzendes System später einmal in sich zusammenbrechen.“

Das letzte bisschen Integrität

Cornelia Ernst, Sprecherin der Delegation DIE LINKE. im Europaparlament, kommentiert den EU-Ratsgipfel und den abgeschlossenen Deal mit der Türkei:

 

„Mit der Vereinbarung auf diesen Plan zwischen der EU und der Regierung in Ankara geben die Spitzen der EU auch ihr letztes Fünkchen Integrität aus der Hand. Mit den in Recep Tayyib Erdoğan und Ahmet Davutoğlu gefundenen Handelspartnern wurde sich auf ein Tauschgeschäft geeinigt, das gegen geltendes internationales Recht, türkisches und griechisches Recht gleichermaßen verstößt.“ Weiterlesen »

Rückschiebung von Flüchtlingen in die Türkei wäre völkerrechtswidrig!

Was gegenwärtig mit den Flüchtlingen passiert, kann man eigentlich nur noch als zynisch einschätzen: Weil die Mitgliedstaaten der EU nicht gewillt sind, selber Flüchtlinge aufzunehmen, soll das nun vielleicht in einem Kuhhandel geschehen – wie es momentan diskutiert wird – nach dem Prinzip: Gibst du mir einen illegalen Flüchtling aus Griechenland zurück in die Türkei, dann kriegst du einen legalen Flüchtling – was auch immer das ist – zurück nach Europa, da soll er angesiedelt werden. Weiterlesen »